Die Lebensmittelzuteilung lag nach Ende des Zweiten Weltkriegs für Erwachsene häufig nicht über 1.000 Kalorien. Viele Menschen, vor allem Kinder, litten an Unterernährung. Zur Bewältigung der Hungerkrise wurden in den verschiedenen Besatzungszonen die Schulspeisung mit Lebensmitteln aus den jeweiligen Armeebeständen eingeführt. In den Richtlinien für die Durchführung der Schulspeisung in Bayern vom 17. April 1947 heißt es u. a.: „Zum empfangsberechtigten Personenkreis zählen alle schulpflichtigen Kinder im Alter von 6 bis 18 Jahren […] nach ärztlichem Gutachten. Kinder von Selbstversorgern sind nicht teilnahmeberechtigt.“ Laut ärztlicher Gutachten waren etwa 20% der untersuchten Kinder unterernährt. In der Britischen Besatzungszone hatte man bereits im März 1946 mit der Schulspeisung aus Armeebeständen begonnen. In Berlin, Hamburg und dem Ruhrgebiet versorgte zusätzlich die sogenannte Schwedenspeisung Kleinkinder im Alter von drei bis sechs Jahren sowie TBC gefährdete und unterernährte Studenten und Lehrlinge. In Bayern wurde die Schulspeisung von der amerikanischen Besatzungszone organisiert. Die Waage stammt aus der Schulspeisung im Schloßhof 7 vis-a-vis des Burggebäudes, das seit 1862 als Schulgebäude genutzt wurde.