Die Murnauer Landschaft ist geprägt durch ihre Lage am Rande der steil aufragenden Voralpen, durch das weite Becken des Murnauer und Eschenloher Mooses und durch die hügelige Moränen- und Moorlandschaft mit dem Staffelsee und dem Riegsee. Sie entstand in einer langen und wechselhaften Erdgeschichte, die mit dem Erdmittelalter, dem sogenannten Mesozoikum, vor etwa 250 Millionen Jahren begann. Die Gesteine, aus denen sich die Landschaft aufbaut, wurden während des Erdmittelalters und der Erdneuzeit abgelagert. Im Quartär - vor 2 Millionen Jahren - begann die endgültige Formung der Landschaft, wie wir sie heute kennen: durch die Ausschürfungen und Ablagerungen der eiszeitlichen Gletscher. In den Gesteinsschichten blieben manchmal Fossilien, Reste und Spuren von Pflanzen und Tieren., erhalten. Sie dokumentieren die Entwicklung des Lebens auf der Erde. Der z. T. restaurierte Mammutstoßzahn wurde 1981 in einer Kiesgrube an der B2 (Murnau – Garmisch-Partenkirchen) gefunden. Wollhaarige Mammute haben sich vor ca. 250.000 Jahren aus den Steppenelefanten entwickelt. Sie waren bestens an das eiszeitliche Klima angepasst. Mit der vor ca. 19.000 Jahren einsetzenden Klima-Erwärmung begannen die das Alpenvorland bedeckenden Alpengletscher abzuschmelzen. Damit verloren die Mammute am Alpennordrand die Mammutsteppe - ihren Lebensraum. Sie folgten der für Mammute lebenswichtigen und sich nach Nordosten verlagernden eiszeitlichen Klimazone, bis sie vor etwa 4.000 Jahren (vor heute) auf der Wrangel-Insel im Polarmeer ausstarben. Das versteinerte Holz stammt aus dem sogenannten Schwarzen Jura (vor 199 bis 175 Millionen Jahren); sein Fundort war Ohlstadt. Das Blatt einer Dreikanteiche (Trigonobalanus) stammt aus dem Tertiär (vor 66 Millionen Jahren bis vor 2,6 Millionen Jahren) und wurde in der Hagener Schlucht gefunden.