Waschfrauen bei der Arbeit. Oder Männer aus der Fabrik auf dem Weg in den Feierabend. Und Arbeiter in der Steingrube oder Gießerei: Marianne von Werefkin malt oft Menschen, die ihrem Tagwerk nachgehen. Vor der Kulisse der bayerischen Voralpen stellt sie hier vier Feldarbeiterinnen dar. Sie tragen alle die gleichen Kleidung und weiße Kopftücher. Sie rechen gemähtes Gras zusammen und häufen es mit kleinem Gestänge zum Trocknen an. Jede schafft konzentriert und dynamisch für sich. Und doch arbeiten sie alle zusammen im selben Rhythmus. Das Werk spiegelt den Wunsch der Expressionisten, Gesehenes mit Erlebtem in Einklang zu bringen. Marianne von Werefkin setzt dies hier in einer kraftvollen, von Blau- und Grüntönen dominierten Komposition um. Steile Berghänge und weich geschwungene Kuppen bilden eine gewaltige Naturkulisse. In diese ist die eigene Rhythmik und Struktur der Arbeiterinnen harmonisch eingebettet. Zu dem Gemälde gibt es eine Zeichnung in Werefkins Skizzenbuch A21. Diese Zeichnung und das Gemälde stimmen fast bis ins Detail überein. Zum Beispiel beim Motiv. Beide Male harken vier Frauen mit weißen Kopftüchern die gemähte Wiese. Viele Gestänge sind schon mit Heu angehäuft. In der Skizze und auf dem Gemälde stehen jeweils zwei Hütten vor den dunklen Hügeln. Höhere Berge schneiden ins Tal. Und hinter allem entfaltet sich das Estergebirge. Auch die Komposition und Farben von Gemälde und Skizze sind bis in die Nuancen identisch. Und doch. Eine Veränderung hat sich Marianne von Werefkin im späteren Gemälde erlaubt: Die Frau links außen dreht sich zum Betrachter – eine Gegenbewegung voll Spannung zur sonstigen Komposition.