Der im Winter oftmals zugefrorene Staffelsee bot vielfältige Wintersportmöglichkeiten. Mit Skiern, Schlittschuhen und Schlitten, aber auch mit Motorrädern und Vehikeln jeglicher Art wurde der See seit jeher befahren. Eine besondere Vehikel-Variante bot der sogenannte Boandlrodl, je nach Dialekt auch Boa-Rodl oder Boana-Rodl genannt. Das Bayerische Wort „Boandl“ bezeichnet einen Knochen, in diesem Fall Tierknochen, meist Oberschenkelknochen vom Rind oder Schwein, die auf die Unterseite des Brettes genagelt waren. Die glatten, kufenartigen Knochenkanten ermöglichten eine extrem hohe Geschwindigkeit auf dem Eis. Das Brett diente als Stand- oder Sitzfläche für den Rodler. Die Verwendung von Tierknochen, auch für Schlittschuhe, gehört zu den ursprünglichsten Arten der Kufenherstellung: Schon für die Bronzezeit belegen archäologische Funde die Existenz von Knochenschlitten. In den 1920er Jahren waren auf dem Staffelsee vor allem in der Faschingszeit auch Wettrennen beliebt, bei der stehende Rodler sich mit Skistöcken abstoßend mit hoher Geschwindigkeit über das Eis bewegten. Fotos aus der Zeit zeigen mitunter auch stehende Männer, die auf dem Brett sitzende Frauen über den See „rodeln“.