107 - Lux-Lesebogen, erschienen zwischen 1946 und 1964 im Sebastian Lux-Verlag, Murnau

Lux-Lesebogen, erschienen zwischen 1946 und 1964 im Sebastian Lux-Verlag, Murnau

107 - Lux-Lesebogen, erschienen zwischen 1946 und 1964 im Sebastian Lux-Verlag, Murnau

Als der Sebastian Lux Verlag 1944 in München ausgebombt wurde, entschloss sich Sebastian Lux seine Verlagsräume nach Murnau zu verlegen und bezog die Räumlichkeiten des ehemaligen Landhauses von Emanuel von Seidl, das seit 1941 im Eigentum der Marktgemeinde war. Das Verlagsprogramm des Lux Verlags bestand aus praktischen Ratgebern, Nachschlagewerken, einer vierzigbändigen Weltgeschichte, vielfältigen Wörterbüchern sowie der seit 1943 erscheinende Zeitschrift „Orion“, die erste technisch-naturwissen-schaftliche Zeitschrift Deutschlands. Bekannt wurde der Verlag jedoch durch die Herausgabe der Reihe „Lux-Jugend-Lesebogen“. Sie erschien 14tägig und in einer Auflage von 30.000 bis 60.000 Exemplaren. Jedes der 10,5 x 15 cm großen Hefte war von Wissenschaftlern, Ingenieuren und Fachautoren verfasst und widmete sich pro Ausgabe jeweils einem Thema aus den Bereichen der Technik, Geschichte, Natur- und Geisteswissenschaften. Der Umfang war vorgegeben und immer der gleiche: zwei Druckbögen machten 32 Seiten aus. Mit einem für die Nachkriegszeit günstigen Preis von anfangs 20 und am Ende 30 Pfennigen, bildeten die Heftchen eine preisgünstige Informationsquelle für Jugendliche, junge Erwachsene und - wie sich schnell herausstellte auch für Erwachsene, so dass man sich ab Heft 45 entschied, das Wort „Jugend“ aus dem Titel zu nehmen und die Reihe nur noch als „Lux-Lesebogen“ laufen zu lassen. Als fachkundigen Lektor und Autor gewann man u. a. den Ingenieur Erich Laßwitz, als Grafiker für das Layout Karlheinz Dobsky, der ab Heft 63 mit seiner modernen wie variationsreichen Gestaltung mit zum großen Erfolg der Reihe beitrug. Nach drei Jahren umfasste die Gesamtauflage bereits vier Millionen Hefte. Als 1964 das letzte Heft erschien, konnte der Verlag auf 25 Millionen verkaufter Lesebögen zurückblicken.