Emanuel von Seidl prägte das Erscheinungsbild Murnaus. Er baute nicht nur für sich selbst ein Landhaus mit großzügiger Parkanlage, sondern auch für zahlreiche Auftraggeber entsprechende Landhäuser in Murnau. Ihm ist in Zusammenarbeit mit dem Verschönerungsverein auch die Fassadenneugestaltung Murnaus zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu verdanken. Auch für öffentliche Bauten schuf Seidl Pläne, wie z. B. für die ehemalige Mädchenschule in der Nähe von St. Nikolaus-Kirche und Schloß, die 1912 eingeweiht wurde. Seidl war jedoch nicht nur Architekt, sondern entwarf für die Privathäuser seiner Auftraggeber auch Gesamtkonzepte für die Inneneinrichtung. Dass er diese Liebe zum Detail nicht nur auf seine Bauten, sondern auch auf Außenanlagen ausdehnte, zeigt sich u. a. auch an seiner eigenen Parkanlage, die er durch verschiedene Plätze und Stationen strukturierte, wie z. B. der sogenannte Freundschaftshügel, die Orchester-Vereinsbank und die Hirschskulpturen. Am Eingang seines Gemüse- und Blumengartens, standen zwei Papageien, ein Kakadu und ein Ara, nach Entwürfen des aus Partenkirchen stammenden Bildhauers Josef Wackerle, gefertigt in der Nymphenburger Porzellanmanufaktur, München. Nachdem die Papageien zwischenzeitlich im Murnauer Kultur- und Tagungszentrum untergebracht worden waren, entschied man sich aus Sicherheitsgründen 1990 für die Übernahme ins Museumsdepot. Die Geweihe, angebracht an den steinernen Hirschen im Seidlpark, waren bereits dem Vandalismus zum Opfer gefallen und stark beschädigt worden. Nachdem man sie vor weiteren Beschädigungen auf dem Areal des gemeindlichen Bauhofs geborgen hatte, waren sie 2007 ebenfalls in die Sammlung des Museums verbracht worden. Anlässlich des 100. Todestags Seidl waren sie im Rahmen des Kulturknall-Benefiz-Festivals 2019 in 3D-Druck nachgeformt und für die Dauer des Festivals den Hirschen wieder angesetzt worden.