117 - Imlochbohrer für Großbohrlochgerät, 1965

Imlochbohrer für Großbohrlochgerät, 1965

117 - Imlochbohrer für Großbohrlochgerät, 1965

Ende des Jahres 2000 wurde der Gesteinsabbau im Hartsteinwerk Werdenfels, lange Zeit das größte Werk seiner Art in Bayern, nach mehr als 70 Jahren eingestellt. Dies nahm das Schloßmuseum Murnau im selben Jahr zum Anlass für eine Sonderausstellung, um nicht nur die wechselhafte Geschichte des Steinbruchbetriebs am Langen Köchel zu dokumentieren, sondern auch die begleitenden Auseinandersetzungen mit dem Naturschutz, die zur Einstellung des Gesteinsabbaus führten, darzulegen. Mitten im Naturschutzgebiet Murnauer Moos erheben sich Gesteinskögel ("Köchel"), die in der Kreidezeit vor 100 bis 200 Millionen Jahren entstanden sind und aus extrem hartem Gestein, dem Glaukoquarzit, bestehen. Die Qualität und das äußerst seltene Vorkommen des Glaukoquarzits in Bayern, der sich bei Untersuchungen im Jahr 1926 als für den Tiefbau geeignet herausstellte, führten zu zwei Gesteinsabbaugebieten im Murnauer Moos. Das Hartsteinwerk Werdenfels (HWW) nahm 1930 am Langen Köchel den Betrieb auf. Bereits in den Anfangsjahren wies das Werk einen hohen technischen Standard auf. Die Fülle des Glaukoquarzitvorkommens und die konkurrenzlose Lage sicherten dem Betrieb Straßen- und Flußbauämter, Kommunen und Baufirmen als Auftraggeber. Vor allem die damalige Reichsbahn war Großkunde für den Schotterbedarf. Ein Besitzerwechsel ermöglichte im Jahr 1947 die Neufinanzierung und ließ das Werk seine Stellung in der Hartsteinindustrie ausbauen. Auch für die Belegschaft wurde viel getan: in den 1950er Jahren entstand eine neue Kantine am Steinbruch und eine Wohnsiedlung in Eschenlohe. 1981 wurde das Werk von dem Essener Baukonzern HOCHTIEF übernommen. Mit erneuerter Technik wurde das Werk modernisiert und trotz seiner Lage im Murnauer Moos und der andauernden Auseinandersetzungen mit dem Naturschutz um ein neues Abbaugelände profitabel geführt. 1994 verlor das Hartsteinwerk das entscheidende Verwaltungsgerichtsverfahren und stellte mit Ablauf des Jahres 2000 den Betrieb ein.