118 - Spätrömische Funde von Ausgrabungen am Moosberg (im Murnauer Moos), 250 bis 400 n. Chr.

Spätrömische Funde von Ausgrabungen am Moosberg (im Murnauer Moos), 250 bis 400 n. Chr.

118 - Spätrömische Funde von Ausgrabungen am Moosberg (im Murnauer Moos), 250 bis 400 n. Chr.

Auf dem Moosberg befanden sich Reste einer spätrömischen Siedlung, die in zwei Phasen entstanden war: die erste Phase (2. Hälfte 3. Jahrhundert) wies eine lockere Bebauung mit nur wenigen Häusern auf, die zweite Phase (4. Jahrhundert) hatte eine dichtere Baustruktur. Sie war durch eine ca. 260 Meter lange, bis zu 4,5 Meter hohe Mauer und sechs Türme geschützt. Die Häuser bestanden aus Pfostenbauten mit Lehmfachwerk, die mit Stroh, Schilf, Schindeln oder Ziegeln gedeckt waren. Insgesamt konnten elf Häuser sichergestellt werden, von denen zwei vermutlich eine repräsentative Funktion hatten. Die Funde ließen Rückschlüsse auf Eisenschmieden, Bronze- und Buntmetallwerkstätten, Spinnerei, Weberei, Textil-, Leder- und Holzverarbeitung zu. Auch aus unterschiedlichen römischen Gebieten importierte Haushaltsgeräte und Gefäße wurden gefunden. Durch den Gesteinsabbau zwischen 1925 und 1934 wurde die Siedlung vollständig zerstört. Archäologische Notgrabungen, mit welchen die Siedlung dokumentiert und Funde gesichert wurden, waren den Sprengungen vorausgegangen. An der Stelle der Siedlung befindet sich heute ein etwa 60 Meter tiefer Steinbruchsee.