Bei diesem Kuppel-Modell handelt es sich um das einzige bekannte Kuppel-Modell in Deutschland, das zur Genehmigung eines malerischen Entwurfs gefertigt wurde. Geläufig sind hingegen Anfertigungen zur Prüfung statischer Anforderungen. Der Maler Waldemar Kolmsperger d. Ä. (1852–1943) präsentierte sein Modell 1893 dem Murnauer Magistrat. Thema der Kuppelausmalung ist „Das Jüngste Gericht“. Das 1:10 Modell, das im Durchmesser 184 cm misst, eine Scheitelhöhe von 50 cm aufweist und 16,3 kg schwer ist, wurde in Vorbereitung der geplanten Sanierung der St. Nikolaus Kirche im August 2009 auf dem Dachboden der Kirche entdeckt. Durch glückliche klimatische Umstände befand sich das Modell in gutem Zustand. Es wies lediglich eine etwas größere Eindellung und eine starke Verschmutzung auf. Zwischen 2013/2014 konnte es im Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege in München sachkundig restauriert werden. Auf die Ausschmückung der Raumschale der St. Nikolaus Kirche hatte man nach Fertigstellung des Kirchenbaus zunächst aufgrund von Geldmangel verzichtet. Der Entwurf des Murnauer Malers Johann Michael Wittmer (1802–1880), der als Motiv „Christus in der Mitte der Heiligenchöre“ vorgesehen hatte, blieb unberücksichtigt. Die Kuppel wurde weiß gestrichen und mit einer Stuckrosette im Scheitelpunkt versehen. Erst 1893 wurde der Münchner Maler und Akademieprofessor Waldemar Kolmsperger d. Ä. beauftragt, die Kuppel im neobarocken Stil auszumalen. Die originale Kirchenkuppel hat einen Durchmesser von 18,6 m und eine Scheitelhöhe von 5 m. Die bemalte Fläche misst ca. 350 m². Die Ausmalung wurde 1895 fertiggestellt und ist vis-à-vis des Museums in der St. Nikolaus Kirche zu besichtigen