121 - Lajos von Horváth, Zwei Pappschachteldeckel mit den Motiven „Putto“ und „Fortuna“ für das Brautpaar Erna und Heiner Emhardt, Oktober 1941

Lajos von Horváth, Zwei Pappschachteldeckel mit den Motiven „Putto“ und „Fortuna“ für das Brautpaar Erna und Heiner Emhardt, Oktober 1941

121 - Lajos von Horváth, Zwei Pappschachteldeckel mit den Motiven „Putto“ und „Fortuna“ für das Brautpaar Erna und Heiner Emhardt, Oktober 1941

Lajos von Horváth, der jüngere Bruder des Dramatikers und Schriftstellers Ödön von Horváth, war als Illustrator und Karikaturist tätig. Zwischen 1933 und 1937 arbeitete er für die Zeitschriften „Jugend“ und „Simplicissimus“. Er schuf u. a. Illustrationen für François Rabelais‘ „Gargantua und Pantagruel“ (1937), für Jonathan Swifts „Gullivers Reisen“ (1947), für Selma Lagerlöfs „Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen“ (1949) und für die „Sportmärchen“ seines Bruders Ödön von Horváth. Als Hochzeitsgeschenk für seinen Freund und ehemaligen Schwager Heiner Emhardt – Lajos von Horváth hatte 1925 dessen Schwester Auguste ("Gustl") Emhardt geheiratet - bemalte Lajos von Horváth zwei kleine Schachteln, die er und seine Eltern mit Geldgeschenken für das Brautpaar befüllten. Die Geschwister Emhardt hatten die Horváth-Brüder schon 1913 in München kennengelernt, und mit Ihnen auch in Murnau viel Zeit verbracht. 1945 siedelte Lajos von Horváth nach Wien über, wo bereits seine Eltern lebten. Nebenbei arbeitete er als Deutschlehrer für britische Offiziere und als Übersetzer aus dem Ungarischen. 1959 heiratete er Elisabeth zu Leiningen-Westerburg. Dem jüngeren und unbekannteren Bruder Ödön von Horváths widmete das Schloßmuseum 2002 eine Sonderausstellung. Erna Emhardt schuf später Hinterglasbilder, u. a. mit direkten Bezug auf die Motive des Blauen Reiters. Einige davon befinden sich in der Hinterglasbildersammlung des Museums.