128 - 8 Figuren aus einem Leuchter aus der Murnauer Fürstalm, 1930er Jahre

8 Figuren aus einem Leuchter aus der Murnauer Fürstalm, 1930er Jahre

128 - 8 Figuren aus einem Leuchter aus der Murnauer Fürstalm, 1930er Jahre

1927 eröffnete der Murnauer Verleger und Herausgeber des Staffelseeboten Josef Fürst am Dünaberg 17 ein Café mit Gartenbetrieb, die sogenannte Fürstalm. Fürst ließ dazu neben seinem von Emanuel von Seidl erbauten Wohnhaus ein Nebengebäude errichten. Die Fürstalm wurde u. a. zu einem Lieblingsziel der Brüder Ödön und Lajos von Horváth. Ödön von Horváth hatte in einem Brief an seine Freundin Lotte Fahr am 15. Januar 1929 die Fürstalm als „schönsten Punkt am nördlichen Rande der bayerischen Alpen“ bezeichnet. In dem Brief, den er in Berlin verfasst, heißt es:„…ich sehne mich nach der Fürstalm, um mit Dir Schach spielen zu können“. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Fürstalm zu einem Wohnhaus umgebaut und 1970 abgerissen worden. Acht farbig gefasste Holzfiguren in unterschiedlichen Größen haben sich aus dem Ensemble eines Deckenleuchters erhalten. Auf Fotografien, die die Inneneinrichtung der Fürstalm zeigen, sieht man sie z. T. paarweise im Wechsel mit geschnitzten Bäumen, die sich nicht erhalten haben, auf einem Wagenrad stehen. Die vier größeren und vier kleineren Figuren stellen unterschiedliche Charaktere und Berufsgruppen einer ländlichen Bevölkerung dar.