Ein Museum ist mehr als die Summe seiner Aufgaben. Sammeln, Bewahren, Erforschen, Ausstellen und Vermitteln sind die Grundpfeiler der Museumsarbeit. Sichtbar für den Besucher sind dabei in erster Linie das Ausstellen und Vermitteln. Im Schloßmuseum Murnau ist etwa ein Viertel des Bestands ausgestellt. Die Objekte werden in der Sammlungspräsentation und in den Sonderausstellungen gezeigt. Drei Viertel des Bestands werden im Depot verwahrt. Die meisten eingelagerten Objekte werden über die Jahre im Wechsel ausgestellt, je nach Ausstellungsthema und Sammlungsschwerpunkt. Manches wird auch erst nach Jahrzehnten aus seinem Dornröschenschlaf geweckt und anderes wird gar nicht ausgestellt – z. B. fragile Dokumente und Fotografien, die auf Dauer durch das Licht geschädigt werden könnten. Ist ein konservatorisch empfindliches Objekt für eine Ausstellung unverzichtbar, arbeitet das Museum mit Reproduktionen oder Faksimiles. Unter dem Raumthema Wunderkammer haben wir in dieser Präsentation Objekte zusammengeführt, deren Entstehungsgeschichten – vom Mammutzahn bis hin zu Nikolaus Langs Werk „Wildwasserfahrt des versinterten Bussards“ – eine Zeitspanne von mehreren tausend Jahren umfassen. Jedes Objekt, das in diesem Raum präsentiert wird, hat seine Verbindung zum Ort Murnau und zum Sammlungskonzept des Schloßmuseums. Während einen Stock höher im Marktplatz die Themen Murnaus im Vordergrund stehen, gilt die Aufmerksamkeit hier allein dem Objekt. Beabsichtigt ist dabei auch, einen Einblick in den vielfältigen Bestand zu geben, um damit das Bewusstsein für die Museumsaufgaben Bewahren und Forschen zu schärfen, die normalerweise nicht im Mittelpunkt eines Museumsrundgangs stehen. Das Schloßmuseum ist in erster Linie ein Sammlungs- und Bewahrungsort der Murnauer Kunst- und Kulturgeschichte, das kulturelle Gedächtnis des Ortes und seiner Bewohner.