Der in Tübingen 1872 geborene Hugo Wach, ein Enkel des Komponisten Felix Mendelssohn-Bartholdy, hatte in Murnau 1921 ein Haus gekauft und es fast 15 Jahre lang mit Phantasie und unter Einbeziehung von unterschiedlichen Stilelementen, die er auf seinen Reisen kennengelernt hat, umgebaut. Parallel lebte er in Berlin, wo er seit 1920 eine Professur für Architektur-, Freihand- und Ornamentzeichnen an der Technischen Hochschule innehatte. Sie wurde ihm 1935 aufgrund seiner jüdischen Herkunft entzogen. In Murnau verwirklichte er sich mit dem Haus, das ursprünglich für den Bildhauer Max Schmitt errichtet worden war, nicht nur den Traum eines Krocketplatzes und einer chinesischen Pagode, sondern schuf ein beeindruckendes Gesamtkunstwerk. Baustilformen aus Afrika, Asien und Indien flossen in den Bau ein, der sich heute noch durch seine Erker, Türmchen und eine chinesische Pagode vom alpinen Baustil der umliegenden Häuser abhebt. Sein bedeutendstes Architekturprojekt war 1909 der Bau der Agfa-Filmfabrik mit eigener Werksiedlung in Wolfen. Das Skizzenbuch fand sich 2022 zusammen mit einem Karton voller Dokumente, Briefe und Fotografien unter der Treppe seines ehemaligen Haus eingebaut. Auch für sich hatte Hugo Wach, eine verbaute Kammer vorgesehen, in der er sich im Notfall hätte verstecken können.