115 - Rosenkranz, Hinterglasminiatur in Gold und Steinbockhorn-Reliquiar

Rosenkranz, Hinterglasminiatur in Gold und Steinbockhorn-Reliquiar

115 - Rosenkranz, Hinterglasminiatur in Gold und Steinbockhorn-Reliquiar

In die Sammlung des Schloßmuseums kamen im Laufe der Jahre durch seinen Sammlungsschwerpunkt zur Hinterglasmalerei auch einige herausragende Hinterglasminiaturen: Der um 1600 entstandene Rosenkranz aus Steinbockhorn mit Glaseinsätzen wurde in Salzburg gefertigt. Die eingesetzten Hinterglasminiaturen verweisen in die Lombardei und sind in der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts entstanden. Die Hinterglasminiatur in Goldfassung zeigt vorderseitig eine Darstellung der Hl. Maria Magdalena und rückseitig die Darstellung eines zu Pferd gegen die Ungläubigen kämpfenden Hl. Jakob (Sant Jago Matamoris). Die Malerei stammt vermutlich aus Spanien oder Portugal aus der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts. Bei dem dritten Objekt handelt es sich um einen sogenannten Pestsegen. Das Amulett aus Steinbockhorn umfasst einen hochovalen Bergkristall, der mit einem männlichen Brustporträt nach rechts, mit Krone und Nimbus bemalt wurde. Typisch für den Pestsegen sind die rückseitig angeordneten Segmente mit Reliquienpartikeln. Seine Fassung besteht aus einem durchbrochenen Ornamentkranz mit acht ovalen Bergkristallen, die ebenfalls Reliquienpartikel enthalten. Der Pestsegen wurde aus dem Querschnitt eines Steinbockhorns geschnitzt. Dem Steinbockhorn kam wie dem Heiligenporträt apotropäische (also Unheil abwehrende) Kraft zu, es galt als entgiftend und wundheilend.