161 - Murnau in der NS Diktatur

Murnau in der NS Diktatur

161 - Murnau in der NS Diktatur

Der Widerstand gegen die nationalsozialistische Diktatur wird brutal unterdrückt. Die Opposition muss um ihr Leben fürchten. Auch Murnauer SPD- und KPD-Angehörige werden in das Konzentrationslager Dachau verschleppt. Protest kann oft nur noch im Geheimen stattfinden. Zwar behaupten die Nationalsozialisten stets, die „Volksgemeinschaft“ stehe hinter Hitler. Doch eine anonyme Postkarte an den Bürgermeister von Murnau von 1935 zeigt anderes: „Die Art und Weise wie eine Anzahl Parteibonzen den Arierschwindel betreiben, um die Juden als Sündenbock benutzen zu können, wenn ihre eigene Sauwirtschaft alles in den Dreck gefahren hat, ist skandalös. Dass sich deutsche Männer von einem Lumpen wie Streicher an der Nase herumführen lassen und Schilder gegen die Juden öffentlich aufhängen, ist eine Kulturschande und dazu eine völkerrechtswidrige antichristliche Vergewaltigung der Minderheiten, durch die wir auf der ganzen Welt als Barbaren verachtet werden. Die Folgen werden sein: Zusammenbruch der Wirtschaft und der Währung. Oder wissen Sie nicht, dass man die Registermark im Ausland schon mit 40 Pfennig kaufen kann? Ihr werdet von einem Parteibonzengesindel täglich betrogen und belogen und wer wird die Rechnung bezahlen? Die ‚lieben Volksgenossen’, die zwar Steuern zahlen dürfen, aber wenn sie sich auf ihre Würde besinnen und eine freie Meinung haben wollen, sofort eingesperrt werden. Armes Deutschland! und Sie helfen mit am Zusammenbruch!“